Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten, der uns diesen gesegneten Monat Ramadan hat erleben lassen. Der Monat, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde und als Unterscheidungsmaßstab. So sagt Allah in seinem glorreichen Koran in der Ayah 185 der zweiten Sure:

„Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf der Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage fasten. Allah will es euch leicht und nicht schwer machen und dass ihr die Zahl der Tage erfüllt und Allah dafür preist, dass er euch geleitet hat. Vielleicht seid ihr dankbar.“

Als Muslime haben wir Allahs Befehl befolgt und haben diesen Monat fastend verbracht. Wir haben zudem gespendet, auf unser Benehmen geachtet und – auch in dieser schwierigen Zeit – die Nächte im Gebet und im Gedenken an Allah und seinen Koran verbracht.

Nun, nachdem der Neumond gesichtet wurde, gewährt uns Allah glorreiche Feiertage, in denen wir uns freuen und beglückwünschen, sowie Allah öffentlich preisen sollen. Aus diesen Gründen sollen hier einige erwünschte Taten, sowie Hintergründe zum Eid al-Fitr, dem Festtag des Fastenbrechens, aufgezeigt werden.

Das Eid-Gebet hat einen sehr hohen Stellenwert im Islam. Dies erkennt man daran, dass der Prophet (sws) dabei alle Muslime angesprochen hat. Denn es wird nicht nur, wie beispielsweise das Freitagsgebet von den Männern besucht, sondern auch von den Frauen. So berichtete Umm ‘Atiyya:

Wir (Frauen) wurden am Tage des Festes aufgefordert, aus unseren Wohnungen herauszukommen (…) alle hielten sich hinter den Leuten auf und sprachen mit ihnen gleichsam den Takbir und das Bittgebet und waren voller Zuversicht über den Segen und die Glückseligkeit des Festes.“ Zudem ist es Sunnah, das Gebet draußen im Freien zu verrichten, sowie einen anderen Rückweg von dem Gebetsplatz als den Hinweg zu wählen. So berichtete Gabir: „An einem Festtag änderte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, seinen Weg“. Mit dem ‚Ändern des Weges‘ ist gemeint, dass er einen anderen Rück- als Hinweg nahm.

Nach der Meinung einiger Gelehrten ist ein Grund für das öffentliche Gebet im Freien, sowie die verschiedenen Hin- und Rückwege, möglichst viele Menschen zu treffen, sie zum Eid zu beglückwünschen und ihnen Segenswünsche zum Fest zu geben. Ein weiterer Grund wird aber auch darin gesehen, dass möglichst viele Menschen – von den Nicht-Muslimen – von dem Fest mitbekommen sollen, bzw. Allah öffentlich lobpreist werden soll. Dies ist zurückzuführen auf den laut ausgesprochenen Takbir (Es gibt keinen Gott außer Allah), den die Gläubigen in ihren Häusern nach dem Morgengebet und auf dem Weg zum Gebetsplatz bis zum Beginn des Gebetes, so oft sie können, aus Dank gegenüber Allah für den Ramadan und die Rechtleitung, die wir als Muslime in diesem Monat von ihm bekommen haben, wiederholen sollen:

„…und dass ihr die Zahl der Tage erfüllt und Allah dafür preist, dass er euch geleitet hat. Vielleicht seid ihr dankbar.“ (Sure 2, Ayah 185)

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Festlichkeiten ist die Bedeutung für unsere Kinder. Denn in der fröhlichen, familiären und warmen Atmosphäre der Eid-Feierlichkeiten wird ihnen, verbunden mit den lauten Takbiraat (Mehrzahl von Takbir), dem Gebet, der Khutbah und den Beglückwünschungen der Islam nähergebracht und ihre Verbindung und Liebe zu dieser Religion gestärkt. Dies ist für die Entwicklung einer islamischen Identität besonders wichtig. 

Zu den erwünschten Handlungen an diesem Tag zählt, dass man morgens, bevor man zum Gebet geht, einige Datteln frühstückt. So berichtete Anas:

„Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, pflegte am Festtag des Fastenbrechens nicht hinaus (zum Gebet) zu gehen, bevor er einige Datteln gegessen hatte… und er hatte diese in einer ungraden Zahl gegessen.“

Des Weiteren sollte man morgens die Ganzkörperwaschung (Ghusl) vollziehen, sich parfümieren und sich mit schöner Kleidung bekleiden. Man soll seine Freude öffentlich zeigen und seine Familie, Verwandten und Freunde mit „Möge Allah von dir (deine Taten) annehmen“ (Taqabbal-Allah) zum Eid-Tag beglückwünschen.

Das Eid-Gebet sollte früh in den Morgenstunden nach dem Sonnenaufgang gebetet werden. Es werden zwei Gebetseinheiten (Rak’at) gebetet. Davor und danach sollte nicht gebetet werden. So berichtete Ibn ‘Abbas: „Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, ging hinaus am Festtag des Fastenbrechens und verrichtete (das Festgebet) mit zwei Rak’at. Davor und danach verrichtete er keine anderen Gebete…

Anschließend an das Gebet wird eine Predigt (Khutbah) gehalten. So berichtete Gabir ibn Abdullah: „Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, stand am Festtag des Fastenbrechens auf und fing erst mit dem Gebet an. Dann hielt er die Predigt…“ Über die Suren, die der Prophet (sws) während des Gebets rezitierte, gibt es verschiedene Aussagen. Einige sprechen davon, dass er zuerst Sure 87, Al-A’la, rezitierte und anschließend Sure 88, Al-Ghaschiya. Andere berichten, dass er zuerst Sure 50, Qaf, und anschließend Sure 54, Al-Qamar, rezitierte.

Das Eid-Fest ist ein Fest der Freude für die muslimische Ummah. Es soll Allah lobgepriesen, gegenseitig beglückwünscht und die Freude über die Rechtleitung öffentlich gezeigt werden. Wir wünschen euch ein gesegnetes Fest und möge Allah, der Erhabene, euer Fasten und eure Taten annehmen. Amin.