In letzter Zeit macht der Begriff „Leitkultur“ oft auf sich aufmerksam. Mit welchem Inhalt der Begriff genau gefüllt ist, wirft jedoch viele Fragen auf. Führt man sich einige Zitate von Politikern vor Augen, könnte man meinen, Deutschland steckt in einer tiefen Identitätskrise. Nun hat sich der Innenminister die Mühe gemacht, die deutsche Leitkultur festzuhalten und den Begriff mit Inhalt zu füllen. Neben Aspekten wie Patriotismus, Geschichte und Zivilkultur, spielt vor allem die Abgrenzung vom Islam eine wichtige Rolle. So heißt es in seinen 10 Thesen:“Wir sagen unseren Namen. Wir geben uns zur Begrüßung die Hand.“ Zu dem heißt es:“Wir sind eine offene Gesellschaft. Wir zeigen unser Gesicht. Wir sind nicht Burka.“

Worum geht es wirklich?

Dieser Definitionsversuch soll nichts anderes als Wählerstimmen einbringen. Um Wählerstimmen zu garantieren, bietet es sich idealerweise an, die Muslime und den Islam negativ in seinen Wahlkampf einzubeziehen. Auch aus den Floskeln vom Innenminister wird nicht ersichtlich, was man unter Leitkultur zu verstehen hat. Eines scheint in Wahlkampfzeiten jedoch Kultur geworden zu sein, um konservative Wähler bei der Stange zu halten, nämlich das Problem Islam und Muslime muss angegangen werden.