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Der Zerfall Jugoslawiens ab 1991 war zweifelsohne sehr blutig und von vielen militärischen Interventionen geprägt. Es dauerte extrem lange, bis sich die heutige staatliche Konstellation bildete. Erst seit 2006 existieren sechs allgemein anerkannte Nachfolger-Staaten: Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro und Mazedonien. Auch wenn mittlerweile Kosovo sich ebenfalls unabhängig erklärt hat, wird hier der völkerrechtliche Stand bei weitem nicht so eindeutig gesehen, wie bei den anderen Staaten.

Im Gegensatz zu den anderen Konflikten, war die Auseinandersetzung um die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung des Kosovo eher durch die Ethnie der Einwohner, als durch deren Religion geprägt. Ungefähr im November 1997 fingen die bewaffneten Kämpfe in der Region an. Ab dem 24. März 1999 sollte dann die NATO mittels militärischer Interventionen eingreifen. Fast drei Monate lang bombardierte die NATO Serbien und Montenegro. Der Präsident Serbiens Slobodan Milosevic zog dann seine Streitkräfte aus dem Kosovo zurück.

2008 dann der besagte Versuch, sich unabhängig zu erklären. Doch die EU-Staaten haben im Allgemeinen die Unabhängigkeit des Kosovo noch nicht anerkannt oder Beitrittsverhandlungen in Erwägung gezogen. Auch hat die EU bislang keiner Visa-Liberalisierung zugestimmt. In der 1,8 Millionen Menschen großen Bevölkerung des Kosovo, die laut einer Umfrage aus dem Jahr 2011 zu 95,61 Prozent aus Muslimen besteht, schwindet die Hoffnung auf die EU immer mehr. Ähnlich wie es auch in Ländern wie Albanien oder Bosnien der Fall ist. Denn trotz des 2003 auf dem Gipfel in Thessaloniki abgegebenen Versprechens, die Länder des Westbalkan in die EU aufzunehmen, gibt es kaum noch Hoffnungen, dass dies überhaupt passieren wird.

Die Gesellschaft des Kosovo ist ein Spiegelbild dieses Verlustes an Hoffnung. Die Arbeitslosigkeit beträgt rund 50 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit dürfte bei knapp 80 Prozent liegen. Das Kosovo ist eines der korruptesten und rückständigsten Länder Europas. Laut den Vereinten Nationen leben ca. 17 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut, ihnen stehen also weniger als 94 Cent pro Tag zur Verfügung. 45 Prozent leben in absoluter Armut, ihnen stehen weniger als 1,42 Euro pro Tag zur Verfügung. Es gibt viele Bettler, die Infrastruktur ist nicht gut und die Fassaden der Häuser sind teilweise heruntergekommen. Die Probleme des Kosovo erstrecken sich auch über politische Krisen, organisiertes Verbrechen, Streit mit Montenegro und Serbien, eine extremistische nationalistische Opposition etc.

Gerade jetzt ergibt sich ein Trend im Kosovo, der sicherlich auf die Verbitterung, die man in der Bevölkerung Kosovos durch die derzeitige Situation erleidet, zurückzuführen ist. Es gibt nämlich eine Veränderung der Identitätswahrnehmung der Gesellschaft. Das Abwenden von westlichen Werten geht im Kosovo einher mit dem Zuwenden zu islamischen Werten.

So schreibt der MdR in einem Artikel: „Der Trend im Kosovo ist, dass sich immer mehr muslimische Albaner in erster Linie als Muslime und erst dann als Albaner identifizieren. Das ist eine große Identitätsveränderung […] .“ Auch die „New York Times“ hat über diesen Werdegang des Landes berichtet und schrieb über die üblichen Vorwürfe, über des unter saudischem Einfluss importierten Islam.

Der Islam gewinnt einen immer größer werdenden Stellenwert in der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens im Kosovo. Mittlerweile gibt es über 700 Moscheen im Land, dazu kommen Schulen, an denen der Qur’an beigebracht wird.

Etwas, was der Bevölkerung des Kosovo im Speziellen anzuraten ist, was aber genauso von den Muslimen hier in Deutschland und auf der ganzen Welt verinnerlicht werden muss, ist, dass der Islam nicht reaktionär verstanden werden darf. Natürlich ist der Islam ein Rettungsanker in der Not, sei es persönlich oder gesellschaftlich. Aber dies darf nicht die einzige Funktion des Islam in unserem Leben bleiben, denn das wäre eine Abstufung des Islam auf etwas, was der Säkularismus mit dem Christentum gemacht hat: ein Trostpflaster, nur für den Fall, dass es einem schlecht geht.

Vielmehr steckt im Islam eine frohe Botschaft, für den Kosovo und für alle gebeutelten Muslime weltweit: Setzt euch für den Islam ein anstatt eure Energie mit der Anbiederung an den Westen zu verschwenden. Denn der Islam hat die Lösungen, die ihr euch schon so lange wünscht. Der säkulare Westen hingegen wird euch immer wieder enttäuschen, wie er es bisher auch gemacht hat. Lernt den Islam tiefgründig und setzt euch für den Weg des Islam ein.