In einem der wohlhabendsten Länder der Erde geht es ungleich zu. Während die Reichen sich nur mit ihrem Wohlstand beschäftigen, fühlen sich die Armen sozial abgehängt. Die Bundesregierung wirbt mit dem Image eines finanziell stabilen Landes. Doch viele Menschen befürchten immer unbezahlbarere Mieten, welche ihre Löhne aufzehren und haben Angst als Rentner ihren Lebensabend in Armut zu verbringen

Eine der vielen Aufgaben eines Staates ist die Gewährleistung der wirtschaftlichen Sicherheit seiner Bürger, außerdem für eine adäquate Umverteilung innerhalb der Gesellschaft zu sorgen. Die Bundesrepublik Deutschland erhebt diesen Anspruch für sich, doch wie sieht es in der Realität aus? Was einem direkt ins Auge sticht, sind die Vermögen, welche derart ungleich verteilt sind, wie nur in wenigen Industrienationen. Deutschland gehört seit Jahrzehnten zu den Ländern mit der größten Konzentration von Reichtum an der Spitze. Das reichste Prozent der Deutschen verfügt hierzulande über so viel Vermögen, wie die ärmsten 87% Prozent der Lohnabhängigen. Das geht aus einem Bericht zur sogenannten sozialen Ungleichheit der Organisation Oxfam hervor.

Laut Bericht ist es den Multimilliardären in der BRD erneut gelungen, ihren Reichtum um 20 Prozent zu vermehren. Allerdings ist es nur mit der tatkräftigen Unterstützung der Bundesregierung möglich. Beim Amtsantritt der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahre 2005 hatten die Hochvermögenden in Deutschland Bankguthaben, Bargeld, Einlagen, Wertpapiere und Anteile an Unternehmen im Wert von rund vier Billionen Euro angesammelt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt 14 Jahre später hat es die Regierung geschafft, das Geldvermögen derer auf mehr als sechs Billionen Euro zu steigern. Es ist ein offenes Geheimnis, Deutschland ist ein Eldorado für Kapitalisten.

Ist es realistisch von einem Kontrollverlust der Bundesregierung bezüglich der Verteilung des Wohlstands in Deutschland zu sprechen? Die Antwort lautet definitiv ja. Die deutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren und die Arbeitslosenzahlen sinken stetig. Doch die Rekorde sind teuer erkauft: Immer mehr Menschen in Deutschland kämpfen sich mit schlecht bezahlten Jobs durch. Hungerlöhne sind längst keine Seltenheit mehr.

Arm zu sein trotz Vollzeitarbeit ist mittlerweile für rund 21 Prozent der Beschäftigten die Regel. Jeder fünfte Job liegt unter oder an der Niedriglohngrenze von 10 Euro pro Stunde. Selbst der Mindestlohn ist trotz geplanter Erhöhung auf 9,19 Euro ein Mangellohn, der keineswegs vor Armut schützt, obwohl eine Beschäftigung vorliegt, geschweige denn je vor Altersarmut schützen kann.

Im Übrigen sichert Bildung längst keinen sozialen Aufstieg mehr. In keinem anderen Industrieland bestimmt der Geldbeutel der Eltern so offensichtlich über den Bildungserfolg wie in Deutschland. Es ist ebenfalls nichts Außergewöhnliches im Alter arm zu werden. Schon jetzt sind etwa 16 Prozent aller Menschen mit Rente oder Pension arm – Tendenz stetig steigend.

Doch die Ursachen liegen tiefer und werden keineswegs mit ein paar populären Gesetzesvorschlägen oder ein paar schnittigen Sprüchen in den Talkshows behoben. Das Problem ist systemimmanent. Jeder weitere Tag, an dem die kapitalistische Wirtschaftsordnung praktiziert wird, verschärft das Ungleichheitssystem. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung ist wiederum in der säkular-liberalen Gesellschaftsordnung eingebettet, welche den Menschen zum Herren über die Menschen erklärt. Welche Menschen dann in solch einem System den Ton angeben, ist offensichtlich, die Reichen und Mächtigen manipulieren und instrumentalisieren die Massen, um ihre Machtpositionen weiter zu festigen.

Die Ungleichheit ist menschengemacht. Diese Tatsache wird von vielen Ökonomen, Wirtschaftswissenschaftlern, Denkern und Kritikern des Kapitalismus verkannt und deshalb ist ihre Herangehensweise bei der Bekämpfung von Armut unwirksam. Sie sind nicht in der Lage einen ersichtlichen Zusammenhang zwischen den Auswüchsen und dem Grundfundament des Kapitalismus herzustellen, welches für die benannte Misere verantwortlich ist. Demnach besteht ein dringender Handlungsbedarf an dem Fundament zu schrauben und zwar die kapitalistische Ideologie mit ihrem primitiven Menschen- und Weltbild, da ihre Verdorbenheit sämtliche Lebensbereiche der Gesellschaft zu Grunde richtet.

Anders sieht es im islamischen Wirtschaftssystem aus. Neben einer Grundsicherung der primären Bedürfnisse wie Nahrung und Elektrizität, gibt es eine Absicherung im Alter. Über Jahrhunderte hinweg haben wir gesehen, dass das islamische System eine erfolgreiche Bekämpfung von Armut durchführte. Dies Liegt dem Kern dieser Ordnung zugrunde, denn neben der Argumentation, dass das islamische Gesellschaftssystem ein von gottgegebenes System ist, welches perfekt auf den Menschen angepasst ist, wird durch das bloße Studieren ersichtlich, wie sehr ebendieses System prädestiniert für die Menschheit ist. So wird ersichtlich, dass das Steuersystem derart geregelt ist, dass weder die Reichen, noch die Armen, ja noch nicht einmal der Staat zu kurz kommt. Auch ist es so, dass der Staat der Bevölkerung eine intrinsische Motivation vermittelt, dass sie als ein Teil des ganzen mit ihrer Arbeit dazu beiträgt erfolgreich zu sein.

Anders ist es im Kapitalismus, in dem der Individualismus im Vordergrund steht und das einzige Motiv zum Arbeiten das eigene Wohlergehen ist, auch wenn andere darunter leiden müssen. Man verfällt dem Trugschluss, dass wenn jeder nur an sich denkt, dadurch die Gesellschaft als Ganzes einen Wohlstand erlagen wird. Diese Theorie wurde wenn man sich die weltweiten Entwicklungen im Zeitalter des Kapitalismus betrachtet, ad absurdum geführt.