„Wie können wir einen Islam fördern, der in unserer Gesellschaft verwurzelt ist? Einen Islam, der unabhängig vom Einfluss und der Finanzierung aus dem Ausland ist. Einen Islam in, aus und für Deutschland. Einen Islam der deutschen Muslime.“ Da war sie wieder. Die Deutsche „Islam“ Konferenz (#DIK). Nach 2006, 2010 und 2014 ist es bereits die vierte Konferenz dieser Art, und mit insgesamt 240 Teilnehmern auch die größte. Knapp einen Monat ist es her, dass eine Blutwurst zurecht die Gemüter erregte und den größte Aufmerksamkeit in der Berichterstattung rund um die Konferenz auf sich zog. Im Folgenden möchten wir von Generation Islam, einige Worte zur Konferenz verlieren, ohne dabei den Speiseplan im Fokus zu haben. Keine vergangene Deutsche „Islam“ Konferenz stand so unter einem negativen Bild, wie diese. Verantwortlich hierfür ist der Leiter der DIK, Innenminister Horst Seehofer. Ein Mann, der keine Hemmungen hat seine Einstellung gegenüber dem #Islam öffentlich kund zu tun. An seinem ersten Amtstag als neuer Innen- und Heimatminister, stellte Horst Seehofer unmissverständlich klar, dass der #Islam nicht zu Deutschland gehöre. Selbst nach den Ereignissen in Chemnitz äußerte Seehofer Verständnis dafür, dass Leute sich „empören“ und sagte unverblümt:

„Die Migration sei die Mutter aller Probleme.“

Und bei der Vorstellung seines „Migrationsplans“, schmunzelte er, dass ausgerechnet an seinem 69. Geburtstag, 69 Afghanen in ihre Heimat abgeschoben wurden und deutete dies als persönliches Geburtstagsgeschenk.

Verantwortlich für die Organisation der Konferenz war niemand geringeres als Seehofers Staatssekretär, Markus Kerber. Er gilt als „Vater der DIK“, da er im Jahr 2006 unter Wolfgang Schäuble die erste „Islam“ Konferenz organisierte. Kerber ist Mitglied der Friedrich A. von Haynek-Gesellschaft, einer Gruppe von mehreren Intellektuellen mit Verbindungen zur rechten Szene. 2015 geriet die Gesellschaft in die Öffentlichkeit, weil sie ihre Vorsitzende, Karen Horn, zum Rücktritt aufgerufen hatte. Horn hatte in einem offenen Brief mehr Abgrenzung zu rechtem und rechtsnationalem Gedankengut gefordert. Ebenfalls dürfen sich Beatrix von Storch, Alice Weidel und Peter Boehringer, allesamt namenhafte #afd Funktionäre, zur Haynek-Gesellschaft zählen. Bereits im Vorfeld ließ Kerber verlauten, dass die DIK neu ausgerichtet werden müsse. Unter anderem sollte das Ziel der DIK viel besser formuliert werden. Kerber sagte hierzu:

„Es gibt einen deutschen Katholizismus, einen deutschen Protestantismus und ein deutsches Judentum. Und wenn es einen Islam geben soll, der zu Deutschland gehört, dann müssen die deutschen Muslime ihn als „deutschen Islam“ definieren, und zwar auf dem Boden unserer Verfassung.“

Wie er dieses Ziel erreichen wolle, verkündete Kerber im selben Atemzug:

„Wir müssen viel stärker als bisher die Vielzahl der in Deutschland noch nicht organisierten muslimischen Mitbürger in das Zentrum unserer Islamkonferenz stellen.“

Man muss kein Genie sein, um durchschauen zu können, welche sogenannten nicht organisierten muslimischen Akteure durch Kreber in das Zentrum der DIK gestellt werden sollen: „Vermutlich im November sollen dann auch wieder Einzelpersonen zugelassen werden, und zwar sicher auch kritische muslimische Stimmen zum Islam.“

Für diese „kritischen Stimmen“ musste Kerber nicht lange suchen und ließ sich eine Vielzahl von kontroversen Individuen und Organisationen auf der DIK antreffen, die alle erheblich zu Wort kommen durften. So wurde unter anderem Seyran Ates von der Initiative Säkularer „Islam“ eingeladen. Eine Frau, bei der sicherlich jede weitere Vorstellung überflüssig wäre. Für sie ist das Kopftuch ein Unterdrückungsinstrument, der Verzehr von Schweinefleisch zulässig und der Koran ein veraltetes und überholtes Werk. Mit ihr kamen ihre treuen Partner, Ahmad Mansour und Hamed Abdel Samad, im Kampf um einen „deutschen Islam“.

Ebenfalls eingeladen war Lale Akgün (SPD Politikerin). Sie fordert eine kritisch-hermeneutische Neuauslegung des Korans. Die Suren sollen ihrer Meinung nach, ausgehend von ihrem historischen Anlass, in ihrem Geltungsbereich zeitlich eingegrenzt werden und heute keine praktische Relevanz mehr haben dürfen. Neben den vielen liberalen politischen und medialen Akteuren, hat die DIK auch sogenannte Islamwissenschaftler eingeladen, wie z.B. Susanne Schröter, Leiterin des Forschungszentrums „Globaler Islam“ an der Uni Frankfurt/Main. Frau Schröter findet die Teilnahme von liberalen Muslimen an der „Islam“ Konferenz richtig, auch wenn diese keine Gemeinde besitzen. Mit anderen Worten, findet sie es gut, dass diese Teilnehmer für niemand anderen sprechen, außer für sich selbst. Dies begründet Frau Schröter folgendermaßen:

„Nicht alle Eltern glauben, dass die Geschlechtertrennung in der Schule ein islamisches Gebot ist. Nicht jeder glaubt, dass die Kinder schon in der Schule fasten müssen und deshalb auch die Klassenarbeiten verschoben werden müssen. Es gibt nicht die islamische Haltung zu den Alltagsdingen, sondern dazu gibt es ganz viele Haltungen. Und manche sind schon sehr entspannt. Und ich wünsche mir, dass diese Stimmen lauter werden.“

Diese Konferenz war bereits zum Scheitern verurteilt, noch bevor sie tagte. Es ging bei der DIK nicht darum, einen konstruktiven Dialog mit den Muslimen aufzubauen, Lösungen zu finden und den wachsenden Antimuslimischen Rassismus entgegenzutreten. Vielmehr hält die Bundesregierung an ihrer zum Scheitern verurteilten Integrationspolitik fest und möchte mit allen Mitteln einen „deutschen Islam“ konstruieren. Das sie dabei sogar so weit gehen würde, und teilweise getarnte und manche sogar offenkundige Islamhasser wie Seyran Ates, Hamed Abdel Samad oder Ahmad Mansour den Muslimen als ihre Vertreter vorzugaukeln, ist an Einfallslosigkeit kaum zu übertreffen. Begründet hatte Seehofer diesen Schritt damit, dass man die Vielfalt und Pluralität des Islams in Deutschland abbilden möchte. Dabei geht es einzig und allein darum, krampfhaft den liberalen und säkularen Gruppierungen eine medienwirksame Stimme zu verleihen, und ihnen die Deutungshoheit über den Islam zu gewähren. Nichts anderes stellt der Fakt dar, dass ausgerechnet diese Strömungen in der DIK am meisten vertreten und auch in den Medien am häufigsten zu Wort kamen. Für uns Muslime ist wieder einmal erkennbar, dass wir diese Politik der #Bundesregierung nur gemeinsam entgegentreten können. Nur wenn wir gemeinsam zusammenhalten, und als ein Körper agieren, schaffen wir es zu verhindern, dass diese liberalen und säkularen Bewegungen, über unseren Rücken hinweg, mit der Regierung Lösungen für unsere Probleme aushandeln. Wenn dies geschehen sollte, werden wir #Muslime die Leidtragenden sein!