Ein kürzlich per Gericht veröffentlichter Fund von US-Regierungsdokumenten offenbart, dass hochrangige US-Beamte während der 18-jährigen Kampagne die Wahrheit über den Krieg in #Afghanistan bewusst verschwiegen, sodass sie rosige Äußerungen machten, von denen sie wussten, dass sie falsch waren. Des Weiteren versteckten sie unverkennbare Beweise, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war.

Die Dokumente wurden erstellt, um das Grundversagen des längsten bewaffneten Konflikts in der Geschichte der #USA zu untersuchen. Sie sind deshalb so prägend, da sie mehr als 2.000 Seiten mit bisher unveröffentlichten Aufzeichnungen von Interviews mit Personen umfassen, die eine direkte Rolle im #Krieg gespielt haben – von Generälen und Diplomaten bis hin zu Entwicklungshelfern und afghanischen Beamten.

Mehr als 400 Insider geben in den Interviews hemmungslos Auskunft darüber, was in Afghanistan falsch lief und wie die USA in beinahe zwei Jahrzehnten im Sumpf des Krieges versanken.

„Wir besaßen kein fundamentales Verständnis von Afghanistan. Wir wussten nicht, was wir tun“

, sagt beispielsweise der drei-Sterne General Douglas Lute in einem Interview 2015. Lute war während der #Bush und #Obama Administration stellvertretender nationaler Sicherheitsberater für Afghanistan.

„Was versuchen wir hier zu tun? Wir haben nicht die leiseste Ahnung darüber, was wir hier unternehmen. Wenn die Amerikaner das Ausmaß dieser Dysfunktion kennen würden…2.400 Menschenleben verloren“

, fügt Lute hinzu, der den amerikanischen Kongress, das #Pentagon und das #WeißeHaus der Opfer beschuldigt: „Wer wird behaupten es war sinnlos?“

Die Interviews offenbaren die bis heute andauernden Kernfehler des Krieges. Sie unterstreichen, wie die drei US-Präsidenten – George W. Bush, Barack Obama und Donald #Trump – sowie ihre Militärkommandeure versuchten, einen verlorenen Krieg zu verschleiern.

Es war normal Statistiken zu fälschen –

Die Dokumente widersprechen ebenfalls seit Jahren getätigten Aussagen von US-Präsidenten, Militärs und Diplomaten, die der Weltöffentlichkeit Jahr über Jahr versicherten, dass es Fortschritte in Afghanistan gebe und es Wert sei, den verlustreichen Krieg zu führen. Viele der Befragten beschrieben explizite und anhaltende Bemühungen der US-Regierung, die Öffentlichkeit absichtlich in die Irre zu führen.

So sei es normal gewesen, in der Militärzentrale in #Kabul und im Weißen Haus Statistiken zu verschönern, um den Anschein zu erwecken, dass die Vereinigten Staaten den Krieg gewinnen würden, obwohl dies nicht der Fall war.

Eine Person, die in den Dokumenten bloß als Offizieller des Nationalen Sicherheitsrats genannt wird, beschreibt, wie sie dem konstanten Druck der Obama-Administration und des Pentagons ausgesetzt war. Ihr wurde befohlen, Fakten zu schaffen, die aufzeigen, dass die Aufstockung der Truppen ihre Wirkung erreiche.

„Es war unmöglich, gute Fakten zu schaffen. Wir nutzten alles, was wir hatten, aber nichts konnte ein gutes Bild zeichnen. Die Fakten wurden während der gesamten Zeit des Krieges gefälscht“

, sagt der Offizielle an anderer Stelle.

Selbst Zahlen über Verluste von US-Soldaten wurden von der US-Regierung und dem Pentagon uminterpretiert, um gut auszusehen. Selbstmordattentate in #Kabul wurden als Zeichen der Verzweiflung der Taliban verstanden. Sie seien zu schwach, um in den direkten Kampf zu gehen. Ein Anstieg an toten US-Soldaten wurde hingegen als Beweis dafür angesehen, dass die amerikanischen Kräfte den Kampf zum Feind bringen würden.

„Vom Botschafter bis hin zu den unteren Levels sagten alle, wir machen einen großartigen Job“

, sagte Michael Flynn in einem Interview 2015.

„Wirklich? Wenn wir so einen großartigen Job tun, warum fühlt es sich an als ob wir verlieren würden?“

so Flynn weiter.

– Wer ist der Feind? –

Die Dokumente geben ebenfalls Aufschluss darüber, wie stark die Differenzen zwischen den verschiedenen Machtzentren der USA über die Zukunft Afghanistans waren. Einige Offizielle wollten Afghanistan in eine #Demokratie verwandeln, andere bloß den westlichen #Feminismus im Land stärken und andere wiederum Afghanistan dafür nutzen, um die regionalen Länder #Pakistan, #Indien und #Russland auszugleichen.

Eine andere Tatsache, welche US-Offizielle nicht richtig klären konnten, war die Frage, gegen wen die Soldaten eigentlich kämpfen? War Al-Qaida der Feind oder die #Taliban. Ist Pakistan ein Feind oder ein Verbündeter? Was war mit dem sogenannten „Islamischen Staat“ und den ausländischen Kämpfern. Wie steht es um die Warlords, die auf der Gehaltsliste der #CIA standen. Den Dokumenten nach gab die US-Regierung niemals eine Antwort drauf. Viele US-Soldaten gaben ihre Unzufriedenheit bekannt, dass sie den Feind von den Verbündeten nicht unterscheiden konnten:

„Sie dachten, ich würde mit einer Karte kommen und ihnen zeigen, wo die guten und wo die schlechten Menschen leben,“

schreibt ein Berater der amerikanischen Spezialkräfte in einem Interview 2017. Auch das Pentagon konnte hierüber keine klare Aussage geben:

„Ich habe keine Übersicht darüber, wer die bösen Menschen sind“

, beschwerte sich Rumsfeld im September 2003.

– Korruption Made in USA –

Öffentlich beharrten US-Beamte stets darauf, gegenüber der Korruption keine Toleranz zu zeigen. Doch die Dokumente beweisen, dass die USA großzügig wegschauten, als afghanische Regierungsbeamte und Warlords das Land ausplünderten.

Christopher Kolenda – ein Leutnant der US-Armee, welcher drei Oberbefehlshaber beriet – sagte, dass sich die von Hamid #Karzai angeführte afghanische Regierung in eine „Kleptokratie“ verwandelte und US-Offizielle dabei versagten, dies anzuerkennen.

„Ich verwende gerne die Krebs-Analogie“, sagte Kolenda in mehreren Interviews.

„Leichte Korruption ist wie Hautkrebs; Es gibt immer einen Weg, dies zu behandeln. Korruption in den Ministerien auf höherer Ebene ist wie Darmkrebs. Es ist schlimm, aber wenn man es früh genug behandelt, kriegt man es hin. Eine Kleptokratie jedoch ist wie Hirnkrebs. Es ist tödlich.“

Auch der ehemalige US-Botschafter in Afghanistan, Ryan Crocker, lässt kein gutes Haar an der US-Regierung zurück:

„Unser größtes Einzelprojekt ist traurigerweise die ungewollte Entwicklung der Massenkorruption. Erreicht es einmal das Level, das ich gesehen habe, ist es irgendwo zwischen unvorstellbar schwer und beinahe unmöglich zu beheben.“

– Das Einzige, was wir aufbauten ist ein Drogenmarkt –

Während die USA beim Aufbau afghanischer Sicherheitskräfte kläglich scheiterten, waren sie bei etwas Anderem sehr erfolgreich: Dem Aufbau des größten Opiummarktes der Welt. Afghanische Farmer bauen mittlerweile mehr Opium an als vor dem Einmarsch der USA. Allein letztes Jahr war Afghanistan für 82% der weltweiten #Opium Produktion verantwortlich.

„Wir sagten, dass unser Ziel der Aufbau einer florierenden Marktwirtschaft sei. Ich denke wir hätten es einen florierenden Drogenmarkt nennen sollen – dies ist der einzige Bereich des Markts der läuft“

, sagt Douglas Lute. Von Anfang an schenkte #Washington der Eindämmung des Drogenmarkts keine Beachtung. Bereits 2006 drückten US-Offizielle ihre Furcht aus, dass afghanische Drogenhändler mächtiger als die Regierung werden würden.

– Fazit – Nach über 18 Jahren und drei Präsidentschaftsadministrationen von Republikanern und Demokraten wurde niemand für das Blutvergießen und dem illegalen Einmarsch in Afghanistan zur Rechenschaft gezogen. Die Afghanistan Papers beweisen eine klare Absicht der USA, die Weltöffentlichkeit über den Einmarsch in Afghanistan zu belügen, um geopolitische Interessen zu verwirklichen. All das geschah und geschieht weiterhin auf Kosten der muslimischen #Umma.